Im Buddhagarten. In Prosa.

War es nur ein Traum


Es muss sich um das Paradies gehandelt haben, um den Garten Eden. Auch die süssen Früchte der Verführung hingen in den Wipfeln der Bäume und bedeckten den dicht bewachsenen Boden. Um Äpfel schien es sich nicht zu handeln, stattdessen weckten Mangos, Papayas und Ananas die Empfindlichkeiten des Gaumens. Das alles aber war nur Kulisse, welche die Gefühle stärkte, wenn auch sagenhaft verführerisch. Die volle Aufmerksamkeit gehört den unzähligen Steinfiguren, die den Garten dicht an dicht besetzen. Nicht auf den ersten Blick bot der Garten Einblick in seine verborgenen Schätze. Ganz ehrlich gesagt, brauchte es schon einen kleinen Hinweis, um seine Schätze zu entdecken. 

Auf der Suche nach den Buddhas

Unser Führer Made hatte schnell verstanden worum es geht. Wir waren auf Entdeckungsreise zu den Buddhas. Nicht irgendwelchen Buddhas wollten wir ins Angesicht blicken. Wir wollten die Meisterwerke der alten Steinmetzkunst bestaunen, die mit dem Spirit und dem Geist ihrer Heimat geladenen Steinfiguren, die Buddhas, die über die Zeit ihres Daseins den Monsoonwinden und Monsoonregen ausgesetzt waren und ihre gesamte Energie und die Kräfte des Universums aufgenommen haben. Es war noch leicht, diese Buddhafiguren an den alten, vergessenen und wieder entdeckten Orten in Borobudur zu finden, zu bestaunen und ihren Geist mit zu nehmen. Was aber, wenn so ein Buddha mit den Weg nach Hause finden soll, nicht nur in Gedanken, nicht nur im Traum, sondern als wahres Prachtexemplar aus dem Garten Eden. Schwierig? Unmöglich? Mit nach Hause heißt, einen monumentalen, großen, schweren Buddha der alten Steinmetzkunst in den eigenen heimischen Garten einziehen zu lassen. Was gedacht werden kann, hat alle Macht Realität zu werden. Also ging die Reise mit Made weiter, einfach nur weiter, über Land und Stock und Stein, durch das Land der Götter und Dämonen, quer über Reisfelder, durch Mangohaine, durch Felsschluchten. Immer auf den möglichen Wegen der Buddhahändler und der alten Steinmetzkunst.

Man kann nicht Suchen, man kann nur Finden


Irgendwann, wer weiß noch wieviele gefühlte Augenblicke später, war es dann soweit. Der Garten war nicht auf den ersten Blick einsehbar. Die wahren Schätze wollten entdeckt werden. Umso größer war das Erlebnis, die aufsteigenden Gefühle der Freude, der beeindruckende Eindruck, das Unaussprechliche. Sie hatten sich versammelt, alle waren sie gekommen, mehr noch als man erwarten konnte. Ein Garten voller Buddhas, ein Buddha Garten oder Buddha's Garten. Wer weiß das schon, wer will das schon so genau wissen. Einzig und alleine die Gefühle sprechen ihre Sprache, das genügt. Ob Traum oder Wirklichkeit, ob verstanden oder unverstanden - es ist wie es ist, überwältigend und Realität. Es ist nicht nur für die Augen schön. Ganz besonders ist der Moment des entdeckens für die Gefühle, die Seele. Ein Garten voller Buddhas.

Im Buddhagarten