Nepal in Bayern

nepal_himalaja_tempel_RegensburgWer an Bayern, die Landschaft und die Kultur denkt, der hat wahrscheinlich zuallererst einmal barocke Kirchen, mächtige Klöster und beeindruckende Schlösser vor Augen. Das ist sehr richtig. Diese Bauwerke symbolisieren die bayerische Kultur geradezu eindrucksvoll.

Doch auch ein neuer Trend, der sich in der westlichen Welt längst auf den Weg gemacht hat, wird in der jüngsten Zeit in Bayern überdeutlich. Asiatisches Lebensgefühl wird ein Teil unserer westlichen Lebenskultur. Buddhistische Gefühle, asiatisches Essen und östliche Lebensumstände vermischen sich schleichend mit unserer Welt.

Wer sich aufmacht, den Bayerischen Wald mit seinen Bauwerken und Denkmälern zu erkunden, wird nicht schlecht staunen. 22 Meter ragt die mächtige Tempelanlage aus Nepal inmitten des Bayerischen Waldes in die Höhe. Heribert Wirth, der im Jahr 2000 die Expo besuchte und dieses imposante Bauwerk sah, war von Anfang an von diesem Bauwerk gefangen genommen. Damit ging es ihm so, wie den 3,5 Millionen Expobesuchern, die allesamt vom Nepal-Himalaya-Tempel beeindruckt waren und das Gebäude auf Platz 1 der Länderpavillons wählten. Heribert Wirth wußte, wo dieses Gebäude nach der Expo stehen sollte, nämlich auf der Martiniplatte im Vorderen Bayerischen Wald, nicht unweit von Regensburg und nicht unweit zur mächtigen Walhalla. Der Architekt, Amrit Shakya, hat ein Bauwerk entworfen, welches zwei traditionell getrennte Bauformen vereint. Als äußeres Zeichen der Verständigung der Religionen, fügte der Architekt symbolträchtig einen hinduistischen Tempel und eine buddhistische Stupa zu einem Bauwerk zusammen. Ein gelungender Gedanke.

800 Familien waren über drei Jahre hinweg mit den Umsetzungen der Idee des Architekten beschäftigt. Insbesondere die Schnitzereien sind künstlerische Meisterleistungen. Heribert Wirth wollte dieses Kunstwerk unbedingt zu sich holen und hat dafür sämtliche Behördenhürden und sonstige Unwägbarkeiten in Kauf genommen. 38 Nepalesen hat der ehemalige Unternehmer in den Bayerischen Wald kommen lassen, die über ein Jahr mit der Wiedererrichtung des Nepal-Himalaja-Pavilion beschäftigt waren. 480 Tonnen geschnitztes Holz musste wieder in die rechte Position gebracht werden und Anpassungen an die klimatischen Bedingungen waren notwendig, um der Tempelanlage optimale Lebensvoraussetzungen zu geben. Am 15. Juli 2003 wurden die Pforten zur Nepal Tempelanlage mitten in Bayern erstmal geöffnet. Seither reisst der Besuchersturm nicht ab. Ganz im Gegenteil. Die Nepal- Himalaja-Tempelanlage hat sich zu einem Besuchermagnet in Ostbayern entwickelt. Wer einmal dort war, weiß warum. Auf dem Weg zur Tempelanlage, vorbei an exotischen Gräsern, Sträuchen, Teichen, Schreinen, Stupas und Buddhastatuen, erblickt man irgendwann die Spitze der Tempelanlage. Hier gilt die asiatische Weisheit: Der Weg ist das Ziel. Bereits auf dem Weg zum Tempel vereinen sich Körper, Seele und Geist wie die dahinterstehende Idee des Bauwerks, der vereinenden Religionen. In der Ruhe des Bayerischen Waldes, in der besonderen Atmosphäre des Nepal Tempels, breitet sich ein ganz besonderes Gefühl aus. Die Taktfrequenz wird einen gefühlten Schlag langsamer. Über 3000 Gräser und exotische Pflanzen säumen den Wegesrand, der unterbrochen wird von den Teichen, in denen Kois schwimmen. Der Weg zum Tempel ist bereits ein Teil der Einkehr und des Innehaltens. Immer wieder säumen den Weg Steinfiguren und Skulpturen, wie ein Buddha, eine Schlangengöttin, aber auch Pagoden aus Granit und Lavastein. 

Aber dann erblickt man sie, die in den Bayerischen Himmel empor ragende Tempelspitze des Nepal-Himalaja-Tempels. 18 Kilogramm Gold wurden für sie verbaut und mit 22 Metern sticht die Spitze in die Oberpfälzer Wolken hinein. Betritt man die Tempelanlage, kann man es kaum fassen, welche Ruhe trotz der zahlreichen Besucher herrscht. Allein ein mächtiger, satter Gong durchbricht die Wand der Ruhe und bringt die Luft zum Schwingen. In den Klang des Gong fügt sich alles ein. Die ganze Umgebung wird von dem dumpfen, schweren Klang und der Schwingung eingenommen, selbst der eigene Körper ist erfasst und schwingt im Einklang der Umgebung.

Seit der Entstehung und Eröffnung der Tempelanlage im Jahr 2003 ist das Gelände fortwährend und stetig um neue Attraktionen erweitert und bereichert worden. Der Chinagarten, der zum Tempel hinzugekommen ist, umfasst ein chinesisches Pavilions, ein Tor und eine Brücke nach chinesischem Vorbild. Die sechs Glocken am Ehrentor sind ein Nachguss der Originalglocken aus dem Glockenmuseum in Peking.

Auf über acht Hektar sind neue Gartenteile mit unzähligen Blumen, Sträuchern, Gräsern, Mosen und Bäumen um den Nepal Himalaya Tempel in Wiesent hinzugekommen. Entstanden ist ein Duft-, Heil- und Kräutergarten mit vielen, für den westlichen Lebensraum, außergewöhnlichen Pflanzenarten. Dazu vermischen sich einheimische Gehölzer, die man im Wuchs vollkommen der Natur übergibt. Anregungen bekommt auch, wer Ideen, Anrgegungen und Informationen zum Japangarten sucht. Die angesiedelten Pflanzen fühlen sich in dem ehemligen Steinbruch im bayerischen Wald scheinbar sehr wohl. Das Wetter ist heiß und trocken im Sommer und schee- und frostreich im Winter. Die ursprünglichen Bodenverhältnisse sind steinig. Granit ist der typische Stein des bayerischen Waldes. Um einen anständigen Bewuchs zu gewährleisten, wurde der Steinboden teilweise stark mit angeschwemmten Böden des nahegelegenen Donauufers aufgefüllt. Dadurch fühlen sich einige Pflanzenarten auf dem steinigen Untergrund erst so richtig heimisch.

Der Nepal Himalay Pavillon soll nach den Worten seines bayerischen Erbauers weder Ausdruck einer Religion noch eine religiöse Stätte sein. Die Tempelanlage soll ein Symbol für Kunst, Harmonie, Frieden und Toleranz sein. Nepal mitten in Bayern. Wir meinen, eine wunderbare Symbiose von Landschaft, Bauwerk und der Gefühle. Unbedingt besuchenswert, der Nepal-Himalaja-Tempel mitten in Bayern. Wir beteiligen uns gerne an der Verbreitung des Gedankens zur Entstehung und Erbauung des Nepal-Himalaya Pavilions.